Religion und Krieg Teil 3
Religion, Kirche und Krieg in Vergangenheit und Gegenwart Kapitel 3: Kirche und Krieg in der Gegenwart Friedenssprache im Dienst der Kriegsvorbereitung Die Gegenwart zeigt: Die alte Verbindung von Kirche, Staat und Krieg ist nicht verschwunden. Sie tritt nur moderner auf. Die Sprache ist vorsichtiger, die Begriffe sind weicher. Die Papiere heißen nicht „Kriegsplan“, sondern „Friedenslehre“, „Sicherheit“, „Krisenseelsorge“, „Widerstandsfähigkeit“ oder „Soforthilfe“. Doch hinter der milden Oberfläche steht dieselbe Grundfrage wie früher: Stellt die Kirche den Krieg in Frage, oder hilft sie, seine Folgen seelisch zu verwalten? Die herrschende Politik rüstet auf, beschwört Feinde, ordnet Haushalte dem Militär unter, gewöhnt die Bevölkerung an den Gedanken des großen Krieges und nennt das alles Sicherheit. Wer in dieser Lage von Frieden spricht, aber die Kriegsvorbereitung praktisch begleitet, betreibt keine Friedensarbeit. Er liefert die moralische Stütze der Aufrüstung. Die neue Gru...