Wenn der Sport für den Krieg marschiert Sport gilt gern als Gegenwelt zu Krieg und Politik: als friedlicher Wettstreit nach Regeln, als Begegnung über Grenzen hinweg, als Raum gemeinsamer Begeisterung. Die Geschichte erzählt jedoch eine deutlich härtere Wahrheit. Seit Jahrhunderten wird körperlicher Wettkampf für militärische Ausbildung, nationale Mobilisierung, Propaganda und außenpolitische Machtdemonstration funktionalisiert – und ebenso immer wieder von Befreiungsbewegungen, Kriegsopfern und Gegnern herrschender Ordnungen umgedeutet. Der Blick auf die Olympischen Spiele von 1936 zeigt besonders scharf, wie dünn die Grenze zwischen Friedensinszenierung und Kriegsvorbereitung ist. Der trainierte Körper als politische Ressource Die Verbindung zwischen Krieg und körperlichem Wettkampf ist älter als der moderne Sport. In vormodernen Gesellschaften ging es oft unmittelbar um militärisch verwertbare Fähigkeiten: Kraft, Ausdauer, Disziplin, Waffenbeherrschung und Gehorsam unter...
Kommentare
Kommentar veröffentlichen