Wie deutsche Machtpolitik nach 1989 Osteuropa ins Visier nahm
Der neue Ritt nach Osten: Wie deutsche Machtpolitik nach 1989 Osteuropa ins Visier nahm Mit dem Zusammenbruch der realsozialistischen Staaten änderte sich nicht das deutsche Interesse an Osteuropa, sondern vor allem die Form seiner Durchsetzung. An die Stelle kaum durchsetzbarer territorialer Forderungen traten Kapitalexport , wirtschaftliche Durchdringung, die politische Instrumentalisierung deutscher Minderheiten, staatlich finanzierte Kulturarbeit und die militärische Einbindung des Ostens in die NATO. Hinter der Sprache von Minderheitenschutz, Entwicklungshilfe und europäischer Integration stand damit auch ein Kampf um Märkte, Arbeitskräfte, Rohstoffe, Eigentum und politische Einflußzonen – und um die Neuordnung Osteuropas unter den Bedingungen kapitalistischer Konkurrenz. Vom Grenzrevisionismus zur ökonomischen Expansion Nach 1945 hielten Vertriebenenverbände, großdeutsche Organisationen und Teile des rechten Lagers jahrzehntelang territoriale Forderungen gegenüber ...