1918 - 1957 Gewerkschaften ( Teil 3 )
Kapitel 3: Erster Weltkrieg, Burgfrieden und die offene Krise der Arbeiterbewegung (1914–1918) Imperialistischer Krieg als Fortsetzung der Konkurrenz mit anderen Mitteln Der Erste Weltkrieg ist kein historischer Unfall und kein Ergebnis irrationaler Politik. Er ist die notwendige Zuspitzung der imperialistischen Konkurrenz der großen Kapitalmächte um Märkte, Rohstoffe, Transportwege und Einflusszonen. Wo ökonomische Expansion an Grenzen stößt, wird Gewalt zum Mittel der Neuaufteilung. Für das Kapital bedeutet Krieg eine gewaltige Umverteilung nach oben. Rüstungsaufträge garantieren Profite, Staatskredite sichern Absatz, Preissteigerungen und Spekulation treiben Extragewinne. Der Staat verschuldet sich im Namen der „Nation“, während private Unternehmen sichere Renditen erzielen. Krieg ist in diesem Sinne kein Ausnahmezustand, sondern eine besonders brutale Form kapitalistischer Normalität. Für die arbeitenden Klassen bedeutet Krieg das Gegenteil: Einziehung in die Armee, Zwangs...