Klassenkampf statt Krieg
Militarismus und Antimilitarismus: Klassenkampf statt Krieg
Die bewaffnete
Ordnung des Kapitals
Die Kriegsfrage ist
die Machtfrage
Militarismus
ist Klassenherrschaft in Waffen. Er ist der organisierte Zwang, mit dem die
herrschende Klasse ihre Ordnung nach innen befestigt und nach außen ausdehnt.
Wer vom Militarismus spricht, muß deshalb vom Kapital sprechen: von Eigentum,
Profit, Konkurrenz, Monopolmacht, Weltmarkt und Staat.
Der
Krieg fällt nicht vom Himmel. Er ist kein Naturereignis, kein Ausbruch ewiger
menschlicher Bosheit und kein bedauerlicher Irrtum einzelner Politiker. Krieg
entsteht aus den Widersprüchen einer Gesellschaft, in der die Produktion
gesellschaftlich ist, die Aneignung aber privat bleibt: Arbeiter bauen Panzer
und Raketen, während Rüstungskonzerne die Profite einstreichen; Staaten
verschulden sich für Waffenprogramme, während bei Wohnungen, Pflege, Bildung
und Löhnen gekürzt wird. Millionen arbeiten, wenige besitzen. Die
Produktivkräfte sind längst international verflochten, doch sie stehen unter
der Kontrolle konkurrierender Kapitalgruppen und Staaten. Aus dieser Ordnung
erwächst der Kampf um Märkte, Rohstoffe, Handelswege, Investitionsräume und
geopolitische Vorherrschaft.
Antimilitarismus
ist darum keine pazifistische Bitte an die Herrschenden, sie mögen freundlicher
regieren. Er ist Klassenkampf gegen die bewaffnete Politik des Kapitals. Er
fragt nicht zuerst, welche Fahne über dem Panzer weht, sondern wem der Panzer
dient, wer ihn bezahlt, wer an ihm verdient und gegen wen er am Ende eingesetzt
wird.
Der Staat als
Schutzwall der Eigentumsordnung
Der
bürgerliche Staat gibt sich als Vertreter der Allgemeinheit. In Wahrheit ist er
der politische Gesamtapparat einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung beruht. Er
verwaltet die gemeinsamen Bedingungen der Kapitalherrschaft: Eigentumsrecht,
Arbeitsdisziplin, Steuersystem, Polizei, Justiz, Verwaltung, Schule, Ideologie
und Armee. Seine Gewalt erscheint als neutral, doch sie schützt nicht
irgendeine abstrakte Ordnung, sondern die konkrete Herrschaft des Kapitals über
die Arbeit.
Das
Militär ist in diesem Apparat der höchste Ausdruck konzentrierter Gewalt. Es
steht nicht über den Klassen. Es ist die bewaffnete Reserve der herrschenden
Ordnung. In ruhigen Zeiten wird es als Verteidigungsinstrument dargestellt. In
Krisenzeiten zeigt sich sein wirklicher Charakter: Es dient der Sicherung der
Eigentumsverhältnisse, der Niederschlagung revolutionärer Bewegungen, der
Durchsetzung imperialer Interessen und der Disziplinierung der Bevölkerung.
Wer
die Geschichte der Arbeiterbewegung betrachtet, erkennt: Sobald die
ausgebeutete Klasse nicht mehr bittet, sondern kämpft; sobald sie nicht mehr
nur Lohnerhöhungen fordert, sondern die Machtfrage stellt; sobald sie beginnt,
die Ordnung des Eigentums praktisch anzugreifen, fallen die demokratischen
Masken. Dann stehen Polizei, Militär, Freikorps, Sondergerichte und
Ausnahmegesetze bereit. Der Staat spricht von Ordnung, meint aber Unterordnung.
Militarismus
nach innen: Schule der Unterwerfung
Militarismus
richtet sich niemals nur gegen äußere Feinde. Er formt die ganze Gesellschaft.
Er bringt Kasernengeist in Schulen, Behörden, Betriebe, Medien und Familien. Er
lehrt Gehorsam statt Kritik, Befehl statt Diskussion, Opferbereitschaft statt
Selbstbewußtsein, nationale Unterordnung statt internationaler Solidarität.
Nach
innen ist Militarismus die Schule der Unterwerfung. Er soll die arbeitende
Bevölkerung daran gewöhnen, daß oben entschieden und unten gehorcht wird. Er
macht Hierarchie zur Tugend und Kritik zur Gefahr. Er verklärt Disziplin, Härte
und Unterordnung, weil genau diese Eigenschaften in einer Gesellschaft
gebraucht werden, in der die Mehrheit täglich fremde Befehle ausführt: in
Fabriken, Büros, Verwaltungen, Logistikzentren und Dienstleistungsbetrieben.
Der
Soldat ist das Idealbild des gehorsamen Untertanen. Er fragt nicht nach dem
Sinn des Befehls, sondern führt ihn aus. Genau dieses Ideal wird in
abgeschwächter Form auch dem Arbeiter zugemutet: pünktlich sein, funktionieren,
schweigen, leisten, verzichten. Der Militarismus ist daher nicht die Ausnahme
vom normalen Kapitalismus, sondern dessen brutalisierte Zuspitzung.
Militarismus
nach außen: Expansion mit Waffengewalt
Nach
außen ist Militarismus das Werkzeug der Expansion. Kapital kann nicht ruhen. Es
muß wachsen, Märkte erobern, Konkurrenten verdrängen, Rohstoffe sichern,
Arbeitskräfte ausbeuten, Investitionsfelder öffnen und politische
Abhängigkeiten schaffen. Wo Verträge, Kredite, Handelsabkommen und
diplomatischer Druck nicht ausreichen, tritt militärische Gewalt hervor.
Die
großen Worte der Herrschenden lauten Freiheit, Sicherheit, Menschenrechte und
Verantwortung; praktisch dienen sie dazu, Aufrüstung, Waffenexporte, Sanktionen
und Interventionen als moralische Pflicht erscheinen zu lassen. Die wirklichen
Triebkräfte heißen Profit, Rohstoffzugang, Transportkorridor, Absatzmarkt,
Militärstützpunkt, Einflußzone und Monopolstellung. Keine Regierung sagt offen:
Wir rüsten auf, weil unsere Konzerne, Banken und geopolitischen Strategen ihren
Anteil an der Welt neu sichern wollen. Stattdessen wird moralisch verpackt, was
ökonomisch angetrieben ist.
Die
Welt wird in Freunde und Feinde eingeteilt, aber diese Einteilung folgt nicht
der Moral. Diktaturen sind Verbündete, wenn sie nützlich sind. Völkerrecht
gilt, wenn es den eigenen Interessen dient. Menschenrechte werden entdeckt,
wenn sie als Waffe gegen Konkurrenten brauchbar sind. Das ist keine Heuchelei
einzelner Politiker, sondern die normale Sprache imperialer Politik.
Krieg als Geschäft
Der Krieg ist für die
Mehrheit Zerstörung, für eine Minderheit Geschäft. Rüstungskonzerne liefern
Waffen. Banken finanzieren Schulden. Energiekonzerne sichern Lieferketten.
Digitalkonzerne verkaufen Überwachung, Datenanalyse und militärische
Infrastruktur. Baukonzerne verdienen am Wiederaufbau. Logistikkonzerne
transportieren Material. Medienkonzerne liefern die ideologische Begleitmusik.
Jede Granate, die
einschlägt, war vorher ein Auftrag. Jeder Panzer ist ein Geschäft. Jede Rakete
ist verwertetes Kapital. Jede Eskalation bedeutet neue Haushaltsmittel, neue
Kredite, neue Profite. Die arbeitende Bevölkerung soll dafür zahlen: durch
Steuern, Inflation, Lohnverzicht, Sozialabbau, längere Arbeitszeiten und im
Ernstfall mit ihrem Leben.
Hier liegt der Kern:
Die Arbeiterklasse produziert die Waffen, finanziert sie über den
Staatshaushalt, wird mit ihnen ideologisch bedroht und soll sie schließlich auf
Befehl gegen andere Arbeiter richten. Das ist die vollendete Perversion einer
Gesellschaft, in der die Produzenten nicht über die Produktion verfügen.
Die Lüge der nationalen
Einheit
Vor jedem
Krieg ertönt der Ruf nach nationaler Einheit. Dann sollen die Klassengegensätze
verschwinden. Arbeiter und Unternehmer, Mieter und Immobilienkonzerne,
Erwerbslose und Banken, Pflegekräfte und Rüstungsmanager sollen plötzlich ein
gemeinsames Interesse haben. Die Fahne wird über die sozialen Widersprüche
gelegt wie ein Leichentuch.
Doch
diese Einheit ist Betrug. Auch im Krieg bleibt die Gesellschaft gespalten. Die
einen kommandieren, die anderen marschieren. Die einen kassieren Dividenden,
die anderen zahlen Preise. Die einen sitzen in Regierungsbunkern,
Vorstandsetagen und Redaktionsstuben, die anderen liegen in Schützengräben,
arbeiten in kriegswichtigen Betrieben oder müssen den Gürtel enger schnallen.
Der
Nationalismus ist das Opium des Militarismus. Er betäubt das Klassenbewußtsein
und verwandelt die Wut der Ausgebeuteten in Haß gegen andere Völker. Er sagt
dem Arbeiter: Dein Feind spricht eine andere Sprache. Die Wirklichkeit sagt:
Dein Feind eignet sich deine Arbeit an, treibt dich in Armut, schickt dich in
den Krieg und nennt das Vaterland.
Jugend, Schule
und Betrieb im Griff der Kriegslogik
Die
Jugend ist das bevorzugte Ziel des Militarismus. Nicht zufällig wirbt der Staat
dort, wo Zukunftsangst, soziale Unsicherheit und Perspektivlosigkeit am größten
sind. Die Armee verkauft sich als Arbeitgeber, Abenteuer, Technikbetrieb,
Kameradschaft und Aufstiegschance. Sie verschweigt, daß ihr eigentlicher Zweck
nicht Ausbildung, sondern Gehorsam und Krieg ist.
Eine
Gesellschaft, die Jugendlichen keine sichere Zukunft bietet, bietet ihnen
Uniformen an. Sie kürzt bei Bildung, Kultur, Wohnen und sozialen Angeboten,
aber finanziert Werbekampagnen der Armee. Sie nimmt jungen Menschen die
Aussicht auf ein gutes Leben und bietet ihnen dafür die Ehre an, für fremde
Interessen zu sterben.
Militarisierung
bedeutet nicht nur mehr Soldaten. Sie bedeutet die Durchdringung der ganzen
Gesellschaft mit Kriegslogik. Schulen sollen „Sicherheitsbewußtsein“
vermitteln. Hochschulen sollen militärisch nutzbare Forschung betreiben.
Betriebe sollen kriegswichtige Lieferketten sichern. Infrastruktur soll für
Truppentransporte tauglich sein. Krankenhäuser, Energieversorgung, Verkehr,
Kommunikation und Verwaltung werden nach militärischen Erfordernissen
betrachtet.
Damit
wird die zivile Gesellschaft zur Hinterlandstruktur des Krieges. Die Grenze
zwischen Front und Heimat, zwischen Militär und Alltag, zwischen Rüstung und
ziviler Produktion wird verwischt. Der Betrieb wird zur verlängerten Werkbank
der Aufrüstung. Die Universität wird zum Labor der Kriegsfähigkeit. Die Schule
wird zur Vorstufe der Rekrutierung.
Dagegen
muß der Widerstand dort entstehen, wo Militarisierung praktisch ansetzt: in
Betrieben, Schulen, Hochschulen, Verwaltungen und Kommunen. Keine Kriegswerbung
an Schulen. Keine Rüstungsforschung. Keine Normalisierung von Militär in
Bildungseinrichtungen. Keine Rekrutierung durch soziale Not.
Aufrüstung ist Sozialkrieg
Jeder Euro für
Aufrüstung ist ein Euro gegen die arbeitende Bevölkerung. Die Milliarden für
Panzer, Kampfflugzeuge, Drohnen, Raketen, Munition, Militärbasen und digitale
Kriegstechnik fehlen bei Wohnungen, Krankenhäusern, Pflege, Schulen,
öffentlichem Verkehr, Kultur, Renten und Löhnen.
Die
herrschende Politik behauptet, es sei kein Geld da. Für arme Kinder ist kein
Geld da. Für Pflegekräfte ist kein Geld da. Für bezahlbare Wohnungen ist kein
Geld da. Für Rentner ist kein Geld da. Für marode Schulen ist kein Geld da.
Doch sobald die Rüstungsindustrie ruft, öffnen sich die Kassen. Dann sind
Schulden plötzlich verantwortbar, Sondervermögen möglich und Haushaltsregeln
verhandelbar.
Das zeigt:
Mangel ist politisch organisiert. Die Bevölkerung soll verzichten, damit die
Kriegsmaschine wächst. Aufrüstung ist deshalb nicht nur Außenpolitik. Sie ist
Klassenpolitik nach innen. Sie verschiebt gesellschaftlichen Reichtum von unten
nach oben, von sozialen Bedürfnissen zu Konzernprofiten, von der Reproduktion
des Lebens zur Produktion des Todes.
Die Rolle der Opportunisten
Besonders
gefährlich sind jene Kräfte, die sich sozial geben, aber in der Kriegsfrage
einknicken. Sie sprechen von Frieden, stimmen aber Kriegskrediten zu. Sie reden
von sozialer Gerechtigkeit, akzeptieren aber Aufrüstungshaushalte. Sie beklagen
Armut, verteidigen aber Militärbündnisse. Sie versprechen Menschlichkeit,
liefern aber ideologische Deckung für Eskalation.
Der
Opportunismus ist der Dolmetscher der herrschenden Klasse in der
Arbeiterbewegung. Er übersetzt die Forderungen des Kapitals in gemäßigte,
scheinbar vernünftige Worte. Er sagt nicht offen: Unterstützt den Krieg. Er
sagt: Wir müssen Verantwortung übernehmen. Er sagt nicht: Ordnet euch den
Großmächten unter. Er sagt: Wir dürfen unsere Partner nicht alleinlassen. Er
sagt nicht: Spart bei den Armen für die Rüstung. Er sagt: Sicherheit hat ihren
Preis.
Gegen diesen
Opportunismus braucht es klare Kante. Kein Frieden mit den Kriegskrediten.
Keine soziale Phrase zur Rechtfertigung von Aufrüstung. Keine Arbeiterbewegung
als Anhängsel der Außenpolitik des eigenen Staates.
Internationalismus oder
Untergang
Die
Arbeiterklasse hat kein Vaterland im Sinne der Besitzenden. Sie lebt in
Ländern, spricht verschiedene Sprachen, hat unterschiedliche Traditionen, aber
ihre Grundlage ist gemeinsam: Sie muß ihre Arbeitskraft verkaufen, während
andere über die Produktionsmittel verfügen. Darum ist ihre wirkliche
Solidarität international.
Der
Arbeiter im anderen Land ist nicht der Feind. Er ist der mögliche Verbündete
gegen dieselbe Logik der Ausbeutung und des Krieges. Die herrschenden Klassen
brauchen nationale Spaltung, weil internationale Solidarität ihre Macht
gefährdet. Sie brauchen Feindbilder, weil Klassenbewußtsein gefährlicher ist
als jede fremde Armee.
Antimilitarismus
heißt deshalb: die eigene herrschende Klasse bekämpfen, statt sich von ihr
gegen andere Völker mobilisieren zu lassen. Er heißt: keine Unterstützung für
die Kriegsziele des eigenen Staates. Er heißt: Verbindung der Kämpfe gegen
Lohnraub, Sozialabbau, Rassismus, Repression und Krieg.
Der Hauptfeind steht
im eigenen Land
Diese
Losung ist kein moralischer Spruch, sondern strategische Klarheit. Der
unmittelbare Gegner der Arbeiterklasse ist die eigene herrschende Klasse: die
Konzerne, Banken, Regierung, Militärführung, Staatsapparate und Medien, die im
eigenen Land über Arbeit, Reichtum, Krieg und Frieden entscheiden.
Wer
den Blick nur auf äußere Feinde lenkt, entwaffnet die Arbeiterklasse politisch.
Wer dagegen die Machtverhältnisse im eigenen Land angreift, trifft den
Militarismus an seiner Wurzel. Antimilitarismus beginnt daher nicht mit
abstrakter Friedensrhetorik, sondern mit konkreter Gegnerschaft: gegen den
eigenen Rüstungshaushalt, gegen die eigenen Waffenexporte, gegen die eigenen
Militärbasen, gegen die eigene Kriegspropaganda, gegen die eigene Unterordnung
unter imperiale Strategien.
Was zu tun ist
Antimilitarismus muß
organisiert, zugespitzt und in den Alltag getragen werden. Er darf nicht auf
Gedenktage, Appelle und symbolische Gesten beschränkt bleiben. Er muß dort
eingreifen, wo die Kriegsmaschine Personal, Geld, Zustimmung und Produktion
bekommt.
In den Schulen heißt das:
gegen Rekrutierung und Kriegspropaganda. In den Hochschulen: gegen
Rüstungsforschung und militärische Kooperation. In den Betrieben: gegen
Kriegsproduktion, Überstunden für Rüstung und Standortnationalismus. In den
Gewerkschaften: gegen Burgfrieden, gegen Sozialpartnerschaft im Dienst der
Aufrüstung, gegen die Unterordnung der Lohninteressen unter nationale
Wettbewerbsfähigkeit. In den Kommunen: gegen Militärgelöbnisse,
Bundeswehrwerbung, Rüstungsansiedlungen und die Normalisierung des Krieges im
öffentlichen Raum.
Die zentralen Forderungen
lauten:
·
Kein Geld für Aufrüstung und
Krieg.
·
Keine Rekrutierung der Jugend.
·
Keine Waffenexporte.
·
Keine Beteiligung an imperialen
Militärbündnissen und Auslandseinsätzen.
·
Umwandlung der
Rüstungsindustrie in Produktion für gesellschaftliche Bedürfnisse.
·
Investitionen in Wohnungen,
Gesundheit, Bildung, Pflege, Verkehr und Kultur.
·
Internationale Solidarität der
Arbeiterklasse gegen Nationalismus, Rassismus und Kriegshetze.
Frieden braucht Bruch
Frieden ist nicht
die Pause zwischen zwei Kriegen. Frieden ist auch nicht die Verwaltung der Welt
durch dieselben Mächte, die sie immer wieder in Brand setzen. Wirklicher
Frieden verlangt den Bruch mit der Ordnung, die Krieg hervorbringt: mit
Profitherrschaft, Konkurrenz, Monopolmacht, imperialer Expansion und
staatlicher Gewalt im Dienst des Kapitals.
Militarismus ist
die bewaffnete Wahrheit dieser Ordnung. Er zeigt, was hinter den schönen Worten
von Demokratie, Freiheit und Verantwortung steht, sobald die Interessen der
Herrschenden bedroht sind. Antimilitarismus muß diese Wahrheit aussprechen,
ohne Beschönigung und ohne Angst vor den Anklagen der Kriegspresse.
Die arbeitende
Bevölkerung hat nichts zu gewinnen in den Kriegen ihrer Ausbeuter. Sie hat aber
alles zu gewinnen, wenn sie sich weigert, Kanonenfutter, Steuerquelle und
schweigende Reserve der Kriegspolitik zu sein. Gegen Kasernen,
Rüstungshaushalte, Kriegspropaganda und nationale Hetze steht die organisierte
Kraft derer, die die Welt am Laufen halten.
Nicht die Völker
sind unser Feind. Unsere Antwort heißt: Klassenkampf statt Krieg! Der Feind ist
die Ordnung, die aus Arbeit Profit, aus Konkurrenz Krieg und aus Menschen
Material macht. Antimilitarismus heißt: diese Ordnung bekämpfen, ihre Ideologie
zerreißen, ihre Profiteure benennen und die Macht der Ausgebeuteten gegen die
Macht der Kriegstreiber organisieren.

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